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Projektübersicht

ParoPlasma – Plasma in der Parodontitis- und Periimplantitistherapie

Projektbeschreibung

Das Problem Parodontitis ist in der Tat enorm und nicht gelöst – fast die Hälfte aller Deutschen leidet daran. Und alle vom Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen untersuchten zahnärztlichen Heilmethoden haben – außer einen geringfügigen der mechanischen Reinigung – keinen (validen) Zusatznutzen. Die epidemiologischen Untersuchungen dazu zeigen: Das Risiko für Zahnverlust sinkt überhaupt nur um 9 Prozentpunkte von 73% auf 64% wenn Parodontitis behandelt wird. Wer noch glaubt, das Zahnimplantat sei gewissermaßen ein letztes Ressort der umfänglichen Heilung für das Gebiss, dem sei gesagt, dass nach 9 Jahren ca. die Hälfte aller Implantate einen signifikanten Knochenverlust aufweist; der Grund: Entzündung. Ein Problem, dass sich erst in Zukunft - mit aktuell stetig steigender Zahl an Zahnimplantationen – in seinem vollen Ausmaß präsentieren wird. Den engen Bereich zwischen Zahnfleisch und Zahn, bzw. Zahnfleisch und Implantat, bei Entzündungen wirksam zu desinfizieren scheitert derzeit schon physikalisch. Antiseptische und antibiotische Flüssigkeiten können in engen Kavitäten wegen der ihr eigenen Oberflächenspannung ihr Wirkspektrum nicht ausschöpfen und haben außerdem wohlbekannte Nebenwirkungen. Systemische Antibiotika gelangen erst gar nicht an den benötigten Wirkort. Die mechanische Entfernung des aus Bakterienanhaftungen entstandenen, mittlerweile mineralisierten Biofilms ist grob, oberflächlich und zudem sehr blutig und somit weder für Zahnarzt noch Patienten eine zufriedenstellende Lösung, eher ein notwendiges Übel. ParoPlasma kommt aus mikrosystemtechnisch konstruierten Mikrodüsen und zündet in diesen ein 43 Grad kaltes Plasma unter Atmosphärendruck, was strahlförmig direkt am Wirkort appliziert wird. Reaktive Spezies im Plasma wirken unspezifisch bakterizid und weisen keine Nebenwirkungen oder das Risiko zur Resistenzbildung auf. Sowohl der bakteriell infizierte Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch (Parodontitis), als auch zwischen Implantat und Zahnfleisch (Periimplantitis) wird höchstwirksam desinfiziert. Die raue, bakterienanheftungsfreundliche Oberfläche des Implantats wird zudem mit einer im Plasma mitgelieferten, kohlenstoffhaltigen Nanodünnschicht geglättet, was die künftige Anheftung von Bakterien verhindert.

Laufzeit

01.10.2019 bis 30.09.2022

Projektleitung

Dr. Michael Bergmann; Prof. Dr. Gerald Urban

Ansprechpartner/in

Dr. Michael Bergmann
Telefon:+49 (0) 761 / 203 7269

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung
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